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Bretagne, Halbinsel Quibéron

 

Vom Campingplatz Maisons-Lafitte bis zur Halbinsel Quibéron benötigte ich sieben Stunden, davon eineinhalb Stunden, um aus dem Großraum Paris rauszukommen. Für Ende Mai ist das Wetter weiterhin außergewöhnlich warm, so um die 30 Grad. Das schafft die Klimaanlage des Fiat jedoch noch locker.

 

Auf dem Campingplatz "de l'Océan" bin ich nicht allein, ich besuche eine Freundin, die hier mit ihrem Mann jedes Jahr viel Zeit verbringt. Wir tranken ein Willkommensbier am Hafen und sonst geschah an diesem Ankunftstag nicht mehr viel. Außer dass der Plan geboren wurde, dass ich am folgenden Tag mit ihrem Mann aufs Meer rausfahren sollte zum Angeln. Wobei ich keine Ahnung hatte, was mich erwarten würde.

 

Die erste Hürde war, ins Boot zu gelangen, was mir tatsächlich mit ihrer beider Hilfe gelang. Dann bekam ich Anweisung, mich an einem Seil festzuhalten und Rolf gab Gas. Nach einer Schrecksekunde merkte ich, dass mir das nichts ausmachen würde. Wir fuhren unter Beibehaltung dieses Tempos ein Stück aus der Bucht, wobei Rolf die Tiefe unter dem Boot maß, und als er meinte, es sei tief genug, warf er eine Angel aus. Als ich das ebenfalls versuchte, sagte mir mein Arm, ich solle es sein lassen. Die Drehung im Schultergelenk schaffte ich nicht mehr. Und außerdem würde ich keinen Fisch vom Haken nehmen. Ich würde zuschauen und fotografieren. Wir drehten langsame Runden auf dem Wasser. Ich vergaß zu erwähnen, dass das Meer ganz ruhig war. Nach langer Zeit biss ein Fisch an, wurde herausgezogen und gemessen. Wenn er unter 50 cm ist, muss er wieder ins Meer geworfen werden, nachdem vorsichtig der Köderhaken entfernt worden ist. Das lernte ich auf diese Weise. Der erste Fisch war zu klein, ein zweiter ebenfalls, aber als ich schon dachte, dass es nichts wird mit einem Fischfang, kam ein dritter an Bord und der war tatsächlich groß genug zum Schlachten und zum in den Sack stecken. Es sind Barsche, die man hier auf diese Art fängt.

 

Nach drei Stunden auf dem Meer, einem leichten Sonnenbrand hier und da und etwas eingerosteten Gliedern fuhren wir zurück zum Hafen. Für mich war es ein interessantes Erlebnis gewesen.

 

Heute waren wir auf dem Markt in Quibéron. Dies ist eine schöne Stadt und ich hoffe, ich kann sie mir noch genauer anschauen. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Rad nach St. Pierre, das ist der nächste Ort, ungefähr 3 km von hier. Ich ging dort am Strand entlang, fotografierte ein bisschen, aß noch ein Eis und fuhr zurück. 

 

Am Sonntag machte ich eine Wanderung vom Campingplatz bis Quibéron. Das sind ungefähr 8 km. Ich genoss die schroffe Felsformation und das Rauschen der Wellen. Der Wanderweg geht oberhalb der Klippen entlang. Dieser Abschnitt nennt sich nicht umsonst die "wilde Küste". In Quibéron holten mich Heidrun und Rolf ab und wir aßen Austern. Anschließend besuchten wir die Fischer, die gerade dabei waren, Sardinen zu sortieren. Sie gaben uns einige mit.

 

Einige Fotos von der Küste, dem Fischfang und den Sardinen, die wir später aßen.