Heute lege ich einen "Zwischentag" ein. In aller Ruhe werde ich den letzten Tag auf dem Campingplatz bei San Sebastian Donostia (das ist der baskische Name) verbringen. Das Wetter ist durchwachsen, aber es soll trocken bleiben und vielleicht ein bisschen Sonnenschein geben. Ich nehme mir eine kleine Wanderung in der Umgebung vor, von der Stadt habe ich mich gestern verabschiedet.
Das Foto zeigt die Brücke über den Fluss Urumea, der sich durch die Stadt schlängelt und ins Meer fließt. Er ist praktisch die Begrenzung des Einkaufszentrums und der Altstadt, so dass man sich hier nie wirklich verlaufen kann.
Zwischendurch ein paar allgemeine Bemerkungen zu Campingplätzen. Dass dieser hier in Spanien liegt, merkt man auch an den tiefen Toilettensitzen und den etwas tiefer liegenden Spülen. Es ist das Land der kleinen, also kurzen Leute. Das macht ja nichts, in Italien ist es ähnlich.
Die Duschen auf den Campingplätzen, in jedem Land, werden irgendwann ein Grund sein, mit dem Campen aufzuhören. Ich habe zwar auch eine Dusche an Bord, aber dann muss ich ständig Frischwasser und Abwasser einfüllen und ablassen. In Paris war es mir noch egal, in Quibéron war es ganz schlimm. Man muss alle paar Sekunden einen Knopf drücken und dann kommt ein dünner Strahl Wasser, wenn man Glück hat, einigermaßen warm. In Quibéron war der Duschkopf schräg angebracht, so dass das Wasser in einem Sprühbogen über meinen Körper nebelte und ich kaum nass wurde. Überhaupt, die Duschköpfe sind an der Decke angebracht, und man steht da drunter und bekommt alles von oben auf den Körper. Dabei gibt es Regionen des Körpers, da kommt kein Wasser hin. Es sei denn, man kann noch mühelos einen Handstand oder Kopfstand machen. Hier in San Sebastian kommt wenigstens warmes Wasser ununterbrochen, so lange man will, aus dem Duschkopf. Man muss keinen Knopf drücken. Gestern versuchte ich eine handstandähnliche Verrenkung, um die Seife im Intimbereich wegzuspülen, dabei knallte ich leider gegen die Kabinenwand und der Erfolg blieb aus. So, das musste ich jetzt mal aufschreiben.
Aber jetzt zu gestern. Ich hatte meine Regenjacke angezogen, einen Schirm und eine Sonnenbrille mit. Das ist für diese Region mehr als angebracht. Mein Plan war, durch die Läden zu bummeln und vielleicht etwas zu finden. Schnell wurde ich ganz aufgeregt, weil es so viele Kleidungsstücke gab, die ich bisher vergeblich gesucht hatte. Ich hätte sehr viel kaufen können, aber ich entschied mich zum Schluss für einen günstigen Sommerrock, den ich tatsächlich brauche. Wieder lockten mich die Pintxos und danach der hier sehr berühmte baskische Käsekuchen. Er sei der beste der Welt. Das fand ich nicht. Mir war danach ein wenig übel. Er ist ohne Boden, die Masse besteht aus einem sehr fetten Frischquark, nach meinem Geschmack überwürzt. Mein eigener schmeckt mir besser.
Danach kaufte ich noch, was ich so zum Essen brauche und ging dann gemütlich, allerdings wie ein Eselchen bepackt, am Strand entlang zu einer der Bushaltestellen. Zwischendurch musste ich die Jacke immer wieder ausziehen, weil durch die dünne Wolkendecke die Sonne kam. Ich kletterte noch mit all den Sachen im Rucksack zur Villa Miramar hoch, wo irgendeine Königin sich ein Sommerhaus bauen lies. Überhaupt ganz allgemein, als ich so den Strand entlang ging, erinnerten mich die Bauten und Hotels an die Pracht der Seebäder vergangener Zeiten, dennoch ist hier noch alles gepflegt.
Mit Bus und Shuttle-Bus kam ich zum Campingplatz und war für diesen Tag geschafft. Mit meinem Außenkocher zauberte ich mir noch etwas zu essen.
Morgen werde ich wieder nach Frankreich rein fahren. Nach Millau, das liegt nördlich von Montpellier nahe den Cevennen. Das sind von hier aus über 500 km, also hoffe ich früh loszufahren. Dort gibt es noch mehr Hinkelsteine und 5000 Jahre alte Gräber. Ach ja, ich vergaß ganz den Ausflug um den Golf von Morbihan herum. Den habe ich leider in den Berichten hier überschlagen, meinen letzten Tag in der Bretagne. Dort bestaunte ich ein riesiges Feld voller Hinkelsteine und auch diese uralten Gräber.
Unten noch Eindrücke von der Promenade und dem Sommerhaus der Königin sowie eine kleine vorgelagerte Insel.








