Den heutigen Tag hatte ich sozusagen übrig. Da das Wetter immer schöner wurde, befolgte ich den Tipp der jungen Frau an der Rezeption, der hieß "geh links hoch, dann kommst du an ein Dorf". Es ging wirklich hoch, und wie. Als mir das Wasser aus den Haaren tropfte, konnte ich schon ein wunderschönes Bergpanorama sehen. Es ging aber immer noch höher, vorbei an einem fast verwunschenen Baum, der traurig schaute und dabei irgendetwas Gelbes auszuspucken schien. Vorbei ging es an einigen Höfen, an Schafen, Hühnern und Kätzchen. Hunde bellten jedes Mal wie doof, wenn ich an den Toren vorbeikam.
Und dann war ich oben, an einem kleinen Ort. Dort gab es auch einen Campingplatz und eine Bushaltestelle ins Zentrum von San Sebastian. Ich sah das Meer sehr blau leuchten, das befindet sich also auf der anderen Seite des Berges, den ich erklommen hatte. Ich entdeckte noch ein wunderbar gelegenes Hotel mit einem riesigen Park, der bis ans Meer ging, den ich aber nicht betreten durfte. Eine Straße führte daneben ans Meer hinab, dachte ich. Aber sie verlief immer parallel der Küste und oberhalb von großen Villen mit Riesenparks bis ans Meer. Die Leute, die da wohnen, haben ihren eigenen Strand und mit unsereinem nichts zu tun. Aber auf einmal, also auf der Straße oberhalb des Meers entlanggehend, befand ich mich auf dem Jakobsweg. Das hatte man mir vorher auch gesagt, hatte ich aber vergessen. Was interessiert mich ein Jakobsweg. Auf jeden Fall ist es von hier aus nicht mehr weit bis Santiago.
Auf dieser zum Meer gewandten Seite des Hügels war es ganz mild, es schwirrten Insekten und viele Schmetterlinge um mich herum. Es war ruhig, manchmal kam ein Auto. Ich sah auch einen großen Vogel sich, majestätisch gleitend, aus den Bäumen Richtung Küste erheben, aber er flog zu schnell als dass ich ihn hätte erkennen können. Ich fühlte mich wie in einer verzauberten Welt.
Ich ging den gleichen Weg zurück, nachdem ich mein Makroobjektiv an der Kamera angebracht hatte. Ich wollte Flora fotografieren und vielleicht einen Schmetterling erwischen. So kam ich wieder an dem kleinen Bach an, der neben dem Campingplatz fließt. Bei genauerem Hinsehen wurde ich doch noch traurig. Wie kann man in so ein Paradies Plastik- und sonstige Abfälle kippen, große Teile, die nicht in die Tonne passen. Aber ich lasse lieber noch ein paar Fotos folgen.






