Direkt hinter der Brücke von Millau fuhr ich heute Morgen auf die Autobahn. Ich war ganz froh, nicht da drüber fahren zu müssen, ich sparte dadurch Nerven und Geld.
Das Stück Autobahn Richtung Clermont-Ferrand, das ich benutzen konnte, war nicht lang. Mein Navi wählte die Strecke so, dass sie möglichst kurz war, dafür quer über die Höhenzüge der Cevennen - drei oder vier Passstraßen - und anschließend in das Gebiet der Haute Loire, das auch durch viel Berg und Tal gekennzeichnet ist. An einem relativ schmalen Stück Straße kam mir unter anderem ein Wohnmobil entgegen. Ich fuhr vorsichtig, langsam und so weit rechts wie möglich. Leider knallte es trotzdem. Das mir entgegenkommende Wohnmobil hatte meinen Außenspiegel erwischt. Ich hielt an, stieg aus, registrierte das englische Nummernschild und hob das Plastikteil auf, das das andere Wohnmobil verloren hatte. Das kommt davon, wenn man sein Lenkrad auf der falschen Seite hat.
Auf meine Frage, ob wir die Polizei holen oder wenigstens Kontaktdaten austauschen sollten, verneinte er und meinte, er käme schon zurecht. Wir standen mitten auf der Straße und es gab keine Ausweichmöglichkeit. Offensichtlich war mein Außenspiegel nur durch den Aufprall eingefahren. Dachte ich. Ich richtete den Spiegel wieder aus und fuhr weiter. Bei meiner Ankunft stellte ich jedoch fest, dass die Halterung des Außenspiegels eingerissen ist. Wenn ich sie zurechtbiege, würde ich wohl mehr zerstören als verbessern. Also wird eine meiner ersten Aktivitäten zu Hause sein, zu Fiat zu fahren. Na ja, es ist ja nicht viel passiert. Trotzdem ärgere ich mich. Das wird teurer als die 20 Euro, die ich vergeudet habe, weil ich nicht in Spanien getankt habe. Aber: ein Engländer und eine Deutsche fahren sich in Frankreich gegenseitig den Außenspiegel platt. Wer hat Schuld? Was soll die französische Polizei machen?
Weiter ging es über Berg und Tal, die Landschaft war atemberaubend. Jetzt, im Juni, sind schon einige Felder abgeerntet und präsentieren sich im bräunlicher werdenden Gelb der vertrocknenden Flächen. Dazwischen aber blühen staudenweise Blumen in den buntesten Farben, garniert mit Mengen an Ginsterbüschen. Fotos habe ich nicht gemacht, denn wenn ich damit einmal angefangen hätte, wäre ich sehr spät angekommen. Ich wurde jedoch erwartet und wollte auch diesen irren Ritt über die Berge irgendwann hinter mir haben.
Mal sehen, ob noch ein paar Fotos aus der Gegend hier folgen, denn ich bin ja noch in diesen Bergen. Übermorgen fahre ich weiter, ich plane 2 Etappen bis nach Hause. Dann werde ich die nächste Fahrt vorbereiten, bestimmt mit einem reparierten Außenspiegel.
